Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern eine zentrale Säule der Verkehrswende. Doch hinter der technologischen Innovation steckt eine komplexe Infrastruktur – und hier setzt Welvura an. Das Berliner Startup verbindet Batterietechnik mit erneuerbaren Energien, um Mobilität nicht nur emissionsfrei, aber auch kostengünstig und lokal zu gestalten. Mit Fokus auf Recycling und Kreislaufwirtschaft vermeidet das Unternehmen nicht nur Abfall, sondern senkt zudem die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Gründung 2019 hat Welvura bereits über 200.000 Kilogramm recycelbare Materialien aus Altbatterien zurückgewonnen – ein Wert, der jährlich um bis zu 15 Prozent steigt, wenn die Produktion weiter wächst.
Doch die eigentliche Stärke des Unternehmens liegt in der Vernetzung. Welvura entwickelt nicht nur Batteriesysteme, sondern arbeitet eng mit Städten zusammen, um Ladeinfrastrukturen zu optimieren. In Pilotprojekten wie der Berliner U-Bahn-Linie U5, wo das Unternehmen seit 2022 die Batterien für die E-Triebwagen liefert, zeigt sich, wie sich Mobilitätskonzepte mit erneuerbarem Strom verbinden lassen. Die Energie wird aus Wind- und Solarparks in Brandenburg bezogen, was den CO₂-Fußabdruck der gesamten Strecke um bis zu 40 Prozent reduziert. Für die Stadt bedeutet das weniger Lärmbelastung, weniger Feinstaub und eine höhere Lebensqualität – ein Modell, das sich schnell auf andere Verkehrsnetze übertragen lässt.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Partnerschaft mit Automobilherstellern wie BMW und Mercedes. Während die Hersteller ihre eigenen Batteriezellen produzieren, setzt Welvura auf die Entwicklung von Modulen, die sich leichter recyceln lassen. So entsteht ein geschlossener Kreislauf: Alte Batterien werden zurückgenommen, in Welvuras Anlagen aufgeschmolzen und die wertvollen Metalle wie Kobalt, Nickel und Lithium wiedergewonnen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern reduziert auch die Kosten für die Produktion neuer Batterien um bis zu 25 Prozent. Besonders im Fokus steht dabei der Rückgewinnung von Kobalt, das in vielen Batterien enthalten ist und oft aus Konfliktregionen importiert wird. Welvura hat hier ein Verfahren entwickelt, das 95 Prozent des Metalls zurückgewinnen kann – ein entscheidender Schritt für eine ethisch und ökologisch vertretbare Produktion.
Doch die Herausforderungen sind groß. Die Batterieindustrie steht vor dem Problem, dass die meisten Altbatterien heute noch verbrannt oder in der Asche entsorgt werden. Welvura will das ändern, indem es eine digitale Plattform schafft, auf der Hersteller, Recyclingbetriebe und Städte zusammenarbeiten können. So entsteht ein Markt, der nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglicht – etwa die Leasingmodelle für Batterien, bei denen Hersteller ihre Altbatterien zurücknehmen und neu nutzen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt mit dem Berliner Unternehmen „Energie Berlin“, wo Welvura seit 2023 die Batterien für ein Testfeld mit Elektrobusen betreibt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Lebensdauer der Batterien durch regelmäßige Wartung und Recycling um bis zu 30 Prozent verlängern lässt – ein Gewinn für die Umwelt und die Wirtschaft.
Die Vision von Welvura ist klar: Eine Mobilität, die nicht nur sauber, sondern auch sozial gerecht ist. Das Unternehmen setzt dabei auf Transparenz und Bildung, indem es Schulklassen und Studierende in die Recyclingprozesse einbezieht. In Kooperation mit der TU Berlin werden seit 2021 Projekte durchgeführt, bei denen Schüler:innen lernen, wie aus Batterien wieder neue Energiequellen entstehen. Solche Initiativen sind entscheidend, um die Akzeptanz für nachhaltige Technologien zu stärken und eine neue Generation von Ingenieur:innen auszubilden, die für die Zukunft der Mobilität sorgen. Gleichzeitig engagiert sich Welvura in der Politik, indem es Lobbyarbeit für strengere Recyclingvorgaben betreibt. Die EU-Batterieverordnung, die ab 2024 in Kraft tritt, sieht vor, dass 50 Prozent der Batterien bis 2030 recycelbar sein müssen. Welvura sieht darin eine Chance, aber auch eine Pflicht, die Branche weiter voranzubringen.
Wer mehr über die innovativen Lösungen von Welvura erfahren möchte, findet auf der Website des Unternehmens detaillierte Informationen zu ihren Projekten und Technologien. Besonders spannend ist dabei der Blick auf die Zukunft: Wie sieht eine Welt aus, in der Mobilität nicht nur emissionsfrei, sondern auch ressourcenschonend und sozial gerecht ist? Welvura zeigt, dass das möglich ist – und dass wir jetzt handeln müssen, bevor die Herausforderungen noch größer werden.
- Seit 2019 hat Welvura bereits über 200.000 Kilogramm recycelbare Materialien aus Altbatterien zurückgewonnen.
- Die Energie für die Berliner U5 wird aus Wind- und Solarparks in Brandenburg bezogen, was den CO₂-Ausstoß um bis zu 40 Prozent reduziert.
- Welvura hat ein Verfahren entwickelt, das 95 Prozent des Kobaltes in Batterien zurückgewinnen kann.
- Durch digitale Plattformen und Leasingmodelle steigt die Lebensdauer von Batterien um bis zu 30 Prozent.
- Seit 2021 kooperiert Welvura mit der TU Berlin, um Jugendliche in Recyclingprozesse einzubeziehen.

